…ein Halbtagsblog…

über den Halbtagsjob eines Lehrers

Herzlichen Glückwunsch…

Heute hat meine Frau Geburtstag.

Darum gibt es statt eines Blogeintrags heut einen…

Sie freut sich ganz sicher, wenn meine zahlreichen Leser ihr auf ihrem Blog zum Geburtstag gratulieren :-)

10/02/2010 Verfasst von Jan-Martin Klinge | Familie | , | Noch keine Kommentare

Mathematik im Fernsehen

Gerade wurde in einem Nachrichtenbeitrag im TV darüber berichtet, dass der Konsum von zwei Gläsern Cola/Fanta/… pro Woche das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs verdoppelt.

Dramatische Bilder wurden gezeigt.

Anschließend nochmal die Sprecherin. “Nur zwei Gläser pro Woche erhöhen das Krebs-Risiko auf 100%.”

Grml… Eine wunderschöne, anwendungsbezogene Aufgabe für den Mathematikunterricht.

  • Wo ist der Fehler?
  • Wie muss es richtig heißen?
  • Können wir aus dem Bericht erfahren, wie hoch das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung tatsächlich ist?

Aber mir als Mathematiklehrer stehen bei so einem Beitrag die Haare zu Berge.

09/02/2010 Verfasst von Jan-Martin Klinge | Mathematik, Schule | , , , | 3 Kommentare

Methodische Kniffe (1)

Jeder kennt das noch aus seiner Schulzeit: Nach der Einzelarbeit tragen die Schüler ihre Ergebnisse vor und der Lehrer schreibt es auf dem Overhead-Projektor auf die Folie.

Gestern durfte ich in einer Stunde hospitieren, in der die Lehrerin eine kleine Abwandlung eingebaut hat: Während die Schüler noch über den Arbeitsblättern brüteten, zerschnitt sie die Folie des ABs und gab die einzelnen Teile unterschiedlichen Schülergruppen zum Ausfüllen.

“Ich will da gleich nicht vorne stehen und mir die Antworten diktieren lassen”, sagte sie mir. “Jetzt sind die Schüler beschäftigt und gleich tragen sie es selbst vor, ohne dass noch Extrazeit mit dem Schreiben auf dem OHP verloren geht. Ich kann mich zurücknehmen.”

Verblüffend einfach, dachte ich.

Und tatsächlich. Die Schüler legten die einzelnen Folienteile (jeder Teil entsprach einer Aufgabe) nacheinander auf den Projektor. Alle hatten die Möglichkeit, ihre Ergebnisse zu vergleichen, ohne lehrerzentrierten Unterricht genießen zu müssen dürfen. Die Stunde habe ich direkt in mein OneNote-System eingefügt und den Kniff werde ich mir hinter die Ohren schreiben.

Toll, nicht wahr? Mein erster Schultag und schon was fürs Lehrerleben gelernt :-)

09/02/2010 Verfasst von Jan-Martin Klinge | Methoden, OneNote-Projekt, Schule | , , , , , | 3 Kommentare

Kristall Big Brother

Kristalle züchten heißt Geduld haben. Um einen großen und gleichmäßig gewachsenen Kristall zu züchten, muss man eine unglaubliche Geduld aufbringen. Veränderungen bzw. Volumenzunahmen eines Kristalls sind meistens erst nach Tagen oder sogar Wochen deutlich erkennbar.

Doch bewegt man sich einmal von der makroskopischen Beobachtung weg und begibt sich zur mikroskopischen, kann man den Kristallen wortwörtlich beim Wachsen zusehen. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist enorm. Das Volumen der Kristalle nimmt innerhalb  weniger Minuten um das Doppelte zu. Es ist…einfach unglaublich. Und die Wachstumsgeschwindigkeit nimmt zu, je größer man den Zoomfaktor wählt.

Dieses Video zeigt das Wachstum von Kupfersulfat-heptahydrat Kristallen im Zeitraffer bei 100facher Vergrößerung.

Konzentriert man sich auf einen der Kristalle wird klar erkennbar wie schnell der Kristall wächst.

 

 

Noch faszinierender ist die folgende Aufnahme.

Dieses Video die Kristalle bei 400facher Vergrößerung.

“Was ist da jetzt anders?”

Es scheint so, als würden die Kristalle genau so schnell wachsen, wie die im oberen Video bei 100facher Vergrößerung, doch diese Aufnahme ist kein Zeitraffer, sondern eine Echtzeitaufnahme.

Man erkennt auch sehr schön die typische Kristallform des Kupfersulfats. Eine parallelogrammartige Grund- bzw. Oberfläche und spitz zulaufende Kanten mit scheinbar abgebrochenen Ecken.

Es gibt nur wenige Wachstumsrozesse in der Natur, die man so schön beobachten kann wie das Kristallwachstum.

Es ist….einfach unglaublich. :-)

Herausfordernd, aber realisierbar ist eine direkte Umsetzung im Unterricht. Das passende Zubehör vorausgesetzt kann man man das Wachstum der Kristalle via Kamera auf einen Fernseher/Beamer direkt und “live” übertragen. Wer noch Informationen zu dem Thema, oder zu der Herstellung solcher Aufnahmen haben möchte, kann mich auch gerne direkt kontaktieren.

08/02/2010 Verfasst von Nils Steinbrück | Chemie | , , , , , , | Noch keine Kommentare

”Wie groß sind Sie, Herr Klinge?”

“Wie groß ist Herr Klinge?” Das ist – ohne zu übertreiben – eine der meistdiskutierten Fragen, wo immer ich auftauche.

Dass ich einmal den dritten Platz in einem Kochwettbewerb für Männer errungen habe – uninteressant!

Dass ich einmal ein kleines Kätzchen vor dem Hungertod gerettet habe, in dem ich nachts bei anderen Katzenmüttern (während sie schliefen) heimlich Katzenmilch melkte – völlig ohne Belang.

Dass ich, seit mir im Sommer 2007 ein großer Ast auf den Kopf fiel, fließend Aramäisch und gebrochen Alt-Griechisch spreche – irrelevant.

Nein, es geht immer nur um das eine: “Wie groß sind Sie, Herr Klinge?”

So auch, seit ich nun endlich richtiger Lehrer bin.

“Ich wette, über 2 Meter.”

Schlaues Kind, hast im Internet gegoogled, denke ich.

“Ich weiß es”, ruft der nächste und wirft irgendeine Zahl ein. “Nein, nein”, unterbrechen andere stürmisch und rufen andere Zahlen, die sich schrittweise um Eins erhöhen oder verringern.

In geduldiger, jahrelanger Arbeit hat mein Vater mich und meine Geschwister alle paar Wochen gemessen – ein nachträglicher Dank dafür :-) .

Herausgekommen ist eine Kurve, die beweist, dass Mathematik im Alltag tatsächlich zuweilen einen Nutzen findet.

image

Ich könnte ein es einfach machen und erzählen, dass die Ziffer meiner Körpergröße in etwa der kleinsten Zahl entspricht, deren englische Bezeichnung alle fünf Vokale exakt einmal enthält – aber das wäre nicht genau. Zumal die Körpergröße eines Menschen vom Morgen zum Abend hin abnimmt.

Ich bin auf jeden Fall – und zwar zu jeder Tageszeit – größer als die kleinste Zahl mit 14 Divisoren und ganz sicher kleiner als die kleinste Kubikzahl die als Summe von drei weiteren Kubikzahlen dargestellt werden kann.

Um genau zu sein: Der Mittelwert aller drei gesuchten Zahlen addiert zur kleinsten Primzahl ergibt meine Körpergröße um exakt 12 Uhr Mittags auf der Höhe des Meeresspiegels.

Lösungsvorschläge nehme ich per Mail oder nach dem Unterricht entgegen.

Eingegangene Lösungsvorschläge: 2

Korrekte Lösungen: 1

06/02/2010 Verfasst von Jan-Martin Klinge | Gesellschaft, Schule | , | Noch keine Kommentare

Tafel-Wiki

Einmal mehr möchte ich auf einen ganz tollen Artikel von Christian Spannagel hinweisen, der eine verblüffend einfache Idee präsentiert, um Schülern das Prinzip der Wikipedia zu verdeutlichen.

Das war sicher eine tolle Stunde :-)

Hier nachzulesen.

05/02/2010 Verfasst von Jan-Martin Klinge | Schule | | 1 Kommentar

Blogs lesen… unterwegs (2)

Vor einigen Monaten schrieb ich über eine Möglichkeit, diverse Blogs zu lesen, ohne sich umständlich durchs Web navigieren zu müssen.

Fast alle Nachrichtenseiten, Blogs und Twitteraktualisierungen sind auch als RSS-Feed erhältlich. Das bedeutet, der Inhalt wird einem automatisch zugeschickt. Als Empfänger kann zum Beispiel Outlook dienen, Windows Mail oder Thunderbird. Auch fürs Handy gibt es eine Reihe RSS-Reader. Bis vor wenigen Wochen habe ich SPB News genutzt.

Mittlerweile habe ich davon aber Abstand genommen. Denn ich folge mittlerweile fast zwei Dutzend Blogs und Nachrichtenseiten. Einerseits interessiert mich, was meine Freunde und Kollegen so veröffentlichen, andererseits sind auch berufsbedingt einige Interessante SScreen004eiten dabei. Ich erhalte Anregungen für meinen Unterricht, Nachdenkliches für mein Leben, Neuigkeiten für mein Handy und Amüsantes aus dem Familienleben diverser Bekannter.

Nach wie vor habe ich jedoch keine Lust, zwei Dutzend Homepages jeden Tag anzusteuern, nur um zu sehen, ob und was jemand neues geschrieben hat. Dafür gibt’s ja RSS Reader ;-)

Meine neue, deutlich schnellere, kostenlose Alternative: RSS Hub. Im Vergleich zu SPB News ist es deutlich schneller und etwas übersichtlicher. Alle Abonnements zu aktualisieren dauert etwa 30 Sekunden. Und dann kann ich während der nächsten Stillarbeit bequem all das lesen, was andere Lehrer so in ihrer Freizeit publizieren.

Wer das Programm für sein Windows Phone ausprobieren möchte, wird hier fündig.

05/02/2010 Verfasst von Jan-Martin Klinge | HTC Software, Schule, Technik | , , , , , | 3 Kommentare